Die Präzision bei der Montage ist der Schlüssel zur Langlebigkeit und Zuverlässigkeit des gesamten Systems.
Die zuverlässige Funktion eines Spindelhubsystems hängt nicht nur von der Qualität der Einzelkomponenten ab, sondern in hohem Maß von deren korrekter Montage und präziser Ausrichtung. Fehler bei der Installation gehören zu den häufigsten Ursachen für erhöhten Verschleiß, Geräusche und vorzeitige Ausfälle. Grundregel: Ein Spindelhubgetriebe ist für die Aufnahme rein axialer Kräfte konzipiert – Biegemomente und Querkräfte durch Verspannungen sind unbedingt zu vermeiden.
Die Zuverlässigkeit des Systems wird damit maßgeblich durch die Qualität der Integration bestimmt. Eine fachgerechte Montageanleitung ist ein zentraler Beitrag für einen dauerhaften, sicheren Betrieb.
1. Vorbereitung der Montageflächen
Die Basis für eine präzise Montage ist eine entsprechend ausgeführte Maschinenstruktur.
- Ebenheit und Parallelität: Die Montageflächen, auf denen Getriebegehäuse und ggf. Stehlager befestigt werden, müssen eben, parallel und rechtwinklig zueinander sein.
- Sauberkeit: Flächen sind vor der Montage zu reinigen; Späne, Schmutz, Lacknasen oder Grate dürfen die Auflage- und Bezugsebenen nicht beeinträchtigen.
2. Montage der Getriebe und Verbindungselemente
Bei Systemen mit mehreren Getrieben ist ein systematisches Vorgehen entscheidend.
- Getriebe positionieren: Spindelhubgetriebe zunächst nur lose auf den Montageflächen befestigen, um Justiermöglichkeiten zu erhalten.
- Verbindungswellen einsetzen: Verbindungswellen durch Kegelradgetriebe und Stehlager führen. Die Wellen müssen leicht, ohne zu klemmen, in Getriebeeingänge und Lager gleiten.
- Ausrichten (Fluchten): Kritischster Schritt: Alle Wellen müssen exakt auf einer Linie liegen. Mit Messuhren, Lineallagen oder Laserausrichtung die Positionen von Getrieben und Lagern kontrollieren und so lange nachjustieren, bis keine nennenswerten Abweichungen mehr erkennbar sind.
- Befestigen: Erst nach erfolgreicher Ausrichtung alle Befestigungsschrauben gleichmäßig und mit dem vorgegebenen Drehmoment anziehen.
- Leichtgängigkeit prüfen: Die komplette Wellenanlage muss sich anschließend von Hand (ohne Motor) gleichmäßig und leicht durchdrehen lassen. Spürbare Schwergängigkeit oder „hakende“ Stellen deuten auf Verspannungen hin, die vor Inbetriebnahme zwingend behoben werden müssen.
3. Anbau der Last
- Axiale Lasteinleitung: Die Last ist so an Spindel oder Laufmutter zu befestigen, dass die Kraft rein axial und zentrisch eingeleitet wird. Exzentrische Lasteinleitung erzeugt Biegemomente und erhöht den Verschleiß von Spindel und Mutter.
- Verdrehsicherung: Bei der translatorischen Spindelausführung muss die Last selbst oder eine externe Führung die Spindel gegen Verdrehung sichern. Ohne Verdrehsicherung findet keine Hubbewegung statt.
- Externe Führungen: Wirken Querkräfte auf die Last, müssen diese durch ein separates Linearführungssystem (z. B. Schienenführungen) aufgenommen werden. Das Spindelhubgetriebe darf ausschließlich die Hubkraft bereitstellen und nicht als Führungselement verwendet werden.
Eine sorgfältige, spannungsfreie Montage ist eine Investition, die sich durch einen leisen, zuverlässigen und langlebigen Betrieb des Spindelhubsystems auszahlt – und die Performance des gesamten Antriebs nachhaltig absichert.