Ein systematischer Prozess, der sicherstellt, dass alle kritischen Parameter Ihrer Anwendung berücksichtigt werden.
Die Auswahl des richtigen Spindelhubgetriebes ist ein mehrstufiger Engineering-Prozess, in dem Parameter miteinander wechselwirken (z. B. reduziert höhere Geschwindigkeit die Knickreserve). Diese Anleitung führt Sie strukturiert durch alle Schritte – von der Last bis zum Sicherheitskonzept – und dient als Arbeitsdokument für Auslegung, Vergleich und Dokumentation.
Der Auswahlprozess: Schritt für Schritt zum optimalen Getriebe
Hinweis zur Nutzung: Tragen Sie Ihre Anwendungsdaten in die Tabelle ein und haken Sie jede Prüfung/Entscheidung ab. Bei Grenzfällen konservativ auslegen (Sicherheitsfaktoren) und Systemeffekte (Wellen, Kupplungen, Führungen, Lagerung) mitbewerten.
| Schritt | Parameter | Prüfung / Entscheidung |
| Last & Kraft | Max. Last (kN) statisch/dynamisch | Nennlast > Max. Last; Sicherheitsfaktor ≥ +30% statisch, ≥ +10% dynamisch |
| Lastrichtung Druck/Zug/beides | Bei Druck: Knicknachweis erforderlich | |
| Seitenkräfte | Seitenkräfte vermeiden; externe Führungen vorsehen | |
| Bewegung | Geschwindigkeit (mm/s) | Bestimmt Drehzahl/Spindelsteigung; n_Betrieb ≤ 0,8·n_krit |
| Hub (mm) | Langer Hub → Knickrisiko/n_krit prüfen; ggf. größere Spindel/Baugröße wählen | |
| Betrieb | Einschaltdauer (ED %/h) | Thermik prüfen; > 20–30% → KGT/größere Baugröße/Kühlstrategie |
| Positioniergenauigkeit (mm) | Standard vs. spielarm (TR) bzw. vorgespannt (KGT) | |
| System & Typ | Spindeltyp TR/KGT | TR = Selbsthemmung; KGT = Dynamik/Effizienz, Bremse zum Halten erforderlich |
| Bauform Grund/Laufmutter | Nach Bauraum und Lastanbindung wählen | |
| Befestigung | Kubisches Gehäuse, Konsolen/Flansche passend zur Konstruktion auswählen | |
| Umgebung | Temp./Feuchte/Schmutz/Chemie | Material, Dichtungen, Schmierstoff auswählen; ggf. Faltenbalg vorsehen |
| Sicherheit | Sicherheitsfaktoren | Dokumentieren; bei Personen-/Lastenhub konservative Auslegung |
| Knicklast | Nach Euler/Tetmajer berechnen, Ziel-Sicherheitsfaktor 3–6 | |
| Kritische Drehzahl | n_Betrieb ≤ 80% von n_krit | |
| Halten/Selbsthemmung | TR ggf. statisch/dynamisch selbsthemmend; KGT nur mit Motorbremse sicher halten | |
| Funktionale Sicherheit | Endschalter/Encoder, Überlast-/Quetschschutz, Not-Aus vorsehen |
ZIMM-Praxisnotizen (für die konkrete Auswahl)
- Serienwahl: ZE/ZE-H/GSZ (Hubgetriebe) je nach Last/Hub/ED; ZA (Aktuatoren) für kompakte Linearantriebe; KSZ-H/KST für 90°-Umlenkung und Leistungsverteilung in Mehrpunkt-Systemen.
- Spiel & Steifigkeit: TR mit spielarmer/einstellbarer Mutter = robust & selbsthemmend; KGT mit Vorspannung = spielfrei & steif (Bremse zum Halten einplanen).
- Thermik (ED): Hohe ED → größere Baugröße, KGT, optimierte Schmierung, ggf. Betriebszyklen/Kühlung.
- Systemintegration: Passende Verbindungswellen/Kupplungen/Konsolen aus dem ZIMM Systembaukasten für präzise Ausrichtung und ruhigen Lauf.
- Dokumentation: Lastannahmen, Berechnungen (Knick, n_krit), ED-Nachweis, Sicherheitsbetrachtungen, Montage-/Prüfprotokolle.
Kurzfazit
Sind Last, Geschwindigkeit, Hub, ED, Umgebung und Sicherheit systematisch geprüft, folgt die finale Auswahl von Getriebe, Motor, Übertragung (Kegelradgetriebe, Wellen, Kupplungen) und Zubehör. So vermeiden Sie Fehlauslegungen und maximieren Lebensdauer sowie Betriebssicherheit.




