Die entscheidende Komponente, die über Reibung, Verschleiß und die Lebensdauer Ihres Antriebs entscheidet.
Die Wahl des richtigen Schmiermittels ist einer der wichtigsten Faktoren für die Langlebigkeit und den zuverlässigen Betrieb eines Spindelhubgetriebes. Der Schmierstoff bildet einen schützenden Film zwischen metallischen Oberflächen, reduziert Reibung und Verschleiß, führt Wärme ab und schützt vor Korrosion. Ein ungeeigneter Schmierstoff kann zu deutlich erhöhtem Verschleiß, Funktionsstörungen und vorzeitigem Ausfall führen – und im Extremfall Garantieansprüche beeinträchtigen. Eine klare, eindeutige Schmierempfehlung ist daher ein wesentlicher Beitrag für den sicheren Einsatz von Spindelhubsystemen.
Unterschiedliche Anforderungen für unterschiedliche Komponenten
Wichtig zu verstehen: Die verschiedenen Baugruppen eines Spindelhubgetriebes stellen unterschiedliche Anforderungen an den Schmierstoff. Es gibt in der Regel nicht „das eine Fett für alles“.
- Trapezgewindespindel (TR): Hohe Flächenpressung und Gleitreibung erfordern Fette mit sehr guten Notlaufeigenschaften und hoher Druckbeständigkeit (EP-Additive).
- Kugelgewindetrieb (KGT): Rollreibung und häufig höhere Geschwindigkeiten verlangen ein Fett, das die Kugeln gut benetzt, eine stabile Schmierfilmbildung sicherstellt und auch bei Dauerbetrieb konsistent bleibt.
- Getriebe (Schneckenrad/Schneckenwelle): Hier wird meist ein Fließfett verwendet, das sich gut im Gehäuse verteilt und die Zahnflanken zuverlässig schmiert.
ZIMM Schmierstoff-Leitfaden für Spindelhubsysteme
Die folgende Übersicht zeigt typische Schmierstofftypen für unterschiedliche Einsatzfälle. Genannte Produkte dienen als Beispiel; ausschlaggebend sind immer die Freigaben und Angaben in der Betriebsanleitung.
| Einsatzbereich | Komponente | Empfohlener Schmierstofftyp / Beispielprodukt |
| Standard | Trapezgewindespindel (TR) | Mineralisches EP-Fett (z. B. Tribol GR 4020/460-2 PD) |
| Standard | Kugelgewindetrieb (KGT) | Synthetisches Fett (z. B. Tribol GR 4747/220-2) |
| Standard | Getriebe (ZE / GSZ Serie, bis BG 200) | Synthetisches Fließfett (z. B. Optileb GR UF 00) |
| Hochtemperatur (50–100 °C) | Trapezgewindespindel (TR) | Synthetisches Fett (z. B. Tribol GR 4747/220-2) |
| Hochtemperatur (50–100 °C) | Kugelgewindetrieb (KGT) | Spezialfett auf PFPE-Basis (z. B. SYN-Setral-INT/250 S-2) |
| Hochtemperatur (50–100 °C) | Getriebe (ZE / GSZ Serie) | Spezial-Fließfett auf PFPE-Basis (z. B. SYN-Setral-INT/250 S-0) |
| Tieftemperatur (–30 °C bis +30 °C) | Trapezgewindespindel (TR) | Synthetisches Fett (z. B. Tribol GR 4747/220-2) |
| Tieftemperatur (–30 °C bis +30 °C) | Kugelgewindetrieb (KGT) | In vielen Fällen identisches Fett wie Standard (bereits synthetisch) |
| Tieftemperatur (–30 °C bis +30 °C) | Getriebe (ZE / GSZ Serie) | Synthetisches Fließfett (Standard) |
| Lebensmittelindustrie (NSF-H1) | Trapezgewindespindel (TR) | Synthetisches Lebensmittelfett (z. B. Tungrease CP-2) |
| Lebensmittelindustrie (NSF-H1) | Kugelgewindetrieb (KGT) | Synthetisches Lebensmittelfett (z. B. Tungrease CP-2) |
| Lebensmittelindustrie (NSF-H1) | Getriebe (ZE / GSZ Serie) | NSF-H1-zugelassenes Fließfett gemäß Herstellerfreigabe |
Hinweis: Maßgeblich sind immer die spezifischen Freigaben, Viskositätsklassen und Produktbezeichnungen in der jeweiligen ZIMM-Betriebsanleitung.
Wie wird das Schmiermittel aufgetragen?
- Getriebe: Getriebe werden in der Regel werkseitig befüllt. Nachschmierung oder Fettwechsel erfolgen über vorgesehene Schmiernippel bzw. Einfüll-/Ablassschrauben. Dabei nur freigegebene Schmierstoffe verwenden und die Füllmengen aus der Dokumentation beachten.
- Hubspindel (TR / KGT): Spindel vor dem Nachschmieren reinigen (Schmutz, alte Fettreste entfernen). Fett gleichmäßig auf das Gewinde auftragen; bei Bewegung verteilt sich der Schmierfilm in der Mutter. Einige Muttern verfügen über Schmierbohrungen: Hier kann das Fett direkt in die Mutter gepresst werden, was eine sehr gute interne Verteilung sicherstellt. Separate Schmierleitungen ermöglichen bei Bedarf eine getrennte Schmierung, die während des Betriebs nachdosiert werden kann.
- Wichtiger Praxis-Hinweis:
- Auf ungeschützten Spindeln (ohne Faltenbalg/Abdeckung) sollte keine „Fettwulst“ aufgetragen werden, da ein zu dicker Schmierfilm Schmutz und Staub bindet.
- Die Spindel sollte nur dünn und gleichmäßig benetzt sein – in Kombination mit einem geeigneten Schutz (z. B. Faltenbalg) ist das die beste Basis für geringe Reibung und lange Lebensdauer.
- Eine konsequent auf Anwendung und Umgebung abgestimmte Schmierstoffwahl, kombiniert mit der richtigen Auftragstechnik, ist damit einer der wirkungsvollsten Hebel, um Ihr Spindelhubsystem dauerhaft zuverlässig und wirtschaftlich zu betreiben.




